Franziska von Hasselbach Das Phänomen Andreas Gursky

C.S.: Wie ich gelesen habe, betreut die Galerie von Monika Sprüth und Philomene Magers derzeit 44 international namhafte bildende Künstler. Darunter sind auch einige der bedeutendsten Protagonisten der Photographie: William Eggleston, Cindy Sherman, Thomas Demand, Philip Lorca diCorcia, Nan Goldin und Stephen Shore. Da drängt sich die Frage auf: Wieviele Mitarbeiter arbeiten insgesamt in der Galerie und wie viele sind konkret für Andreas Gursky zuständig?

 

F.v.H.: Die Galerie umfasst insgesamt drei Standorte. München, Köln und ab nächste Woche auch London. In München gibt es zudem zwei Galerien, weil es noch einen Projektraum für junge Kunst gibt. Es sind also quasi dreieinhalb Betriebe. Wenn ich das mal so überschlage, sind wir vielleicht insgesamt 18 Mitarbeiter. Für eine so bedeutende Galerie ist das sehr wenig, vor allem im Vergleich zu amerikanischen Galerien. Das hat aber auch einen Grund. Wir achten hier sehr auf die inhaltliche Arbeit, das heißt, es findet eine sehr enge Zusammenarbeit mit den Künstlern statt. Es gibt in den Galerien zusammengefasst etwa fünf Personen, die die Künstler betreuen. Bei Andreas Gursky gibt es seit Anfang des Jahres eine neue Kollegin, die ihn betreut, ich betreue ihn noch ein wenig mit, weil ich dies die letzten Jahre getan habe und in der Galerie präsent bin.

 

C.S.: Wie würden Sie Ihren ehemaligen Aufgabenbereich konkret beschreiben?

 

F.v.H.: Im Prinzip macht man alles, was den Künstler betrifft. Das heißt etwa, man betreut die Produktion, z.B. die Rahmung. Obwohl Andreas Gursky da sehr selbständig ist und das meiste selbst macht. Dann gibt es das Verwaltungsinventar und den Verkauf natürlich, die Abwicklung von musealen Ausstellungen, wie etwa im Haus der Kunst derzeit. Da hat die Galerie sehr viel getan. Den Transport, bei der Hängung waren Frau Sprüth und Frau Magers mit dabei, die Pressearbeit wurde sehr intensiv von uns mitbetreut, die Terminierung der Interviews, die seit Januar stattgefunden haben, die Auswahl der Arbeiten, die Katalogproduktion. Die komplette Logistik einer Ausstellung also. Das betrifft sowohl große Einzelausstellungen, Ausleihen von privater Seite als auch Gruppenausstellungen.

 

Textauszug aus einem Interview im Februar 2007

 

 

Image: Franziska von Hasselbach

© Max Regenberg, ohne Titel # 2002, System Düsseldorf, Elberfelder Straße

Interview erschienen in:
Photography now
2/2007 o.S.

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