Schafgans. 150 Jahre Fotografie

„... empfiehlt sich einem geehrten Publikum“

Zur Frühzeit der Fotografie und des Fotoateliers Schafgans in Bonn

Erste Phase 1839-1849

Die Erfindung der Sonnenzeichnung


Am 15. Februar 1839 konnte das Bonner Wochenblatt mit einer wahrlich spektakulären Neuigkeit aus Paris aufwarten. Dem berühmten französischen Forscher und Dioramenmaler Louis Jacques Mandé Daguerre war es angeblich erstmals gelungen, „die Bilder der Camera obscura auf chemischem Wege, mittels des Lichtes selbst, festzuhalten“.[i] Der Zeitungsnotiz zufolge hatten bereits seit mehr als einem Jahrzehnt englische Forscher vergeblich an der Entwicklung eines bildgebenden Verfahrens experimentiert. Die Fixierung der lichtempfindlichen Substanzen bedeutete nun den Durchbruch einer Erfindung, deren grundlegende Bedeutung zwar von den Zeitgenossen erkannt, deren Folgen aber keineswegs abgeschätzt werden konnten. Wie ein Lauffeuer verbreitete sich in Europa die Nachricht von der Erfindung der neuen Lichtbilder.

Auch in der Rheinprovinz, die seit napoleonischer Zeit auf Neuigkeiten aus Paris fokussiert war, verfolgte man die Entwicklung des neuen Bildmediums mit neugierigem Interesse.[ii] Wie aus der oben zitierten Meldung hervorgeht, bildete die Stadt Bonn, die seit 1818 mit einer Universität aufwarten konnte, keine Ausnahme. Am 23. Juli  veröffentlichte das Bonner Wochenblatt denn auch die Nachricht, dass Daguerre in Paris „für seine Erfindung der Sonnenzeichnung“ vom französischen Staat eine jährliche Pension von 10 000 Francs erhalten habe.[iii] Hiermit verbunden war eine Freigabe des Patents zur Bildherstellung, die zugleich eine rasche Verbreitung der neuen Lichtbilder bewirken sollte. Es dauerte nicht lange, bis sich auch in Bonn jedermann einen Eindruck von dem Aufsehen erregenden neuen Bildverfahren machen konnte. Bereits am 4. November 1839, keine drei Monate nach Freigabe des Patents durch die Pariser Deputiertenkammer, wurde ein „Daguerre'sches Lichtbild“ im Rathaus der Stadt öffentlich gezeigt.[iv] Zu verdanken war die Ausstellung der Inititiative des Bonner Geografieprofessors Georg Benjamin Mendelssohn, aus dessen Besitz das Lichtbild stammte.[v] Zu Vergleichszwecken wurde außerdem ein so genanntes Liepmannsches Ölbild herangezogen, das ein Gemälde von Rembrandt reproduzierte. Obwohl die vergleichende Beurteilung in der örtlichen Presse durchweg negativ ausfiel, wurde die Präsentation aufgrund der großen Besucherresonanz verlängert.

Der Erfolg des neuen Bildmediums ließ nicht lange auf sich warten. Schon im Jahre 1839 erschienen in Stuttgart, Halle und Berlin nicht weniger als zwölf deutsche Übersetzungen des Anleitungsbuchs von Daguerre, das sowohl Laien als auch Forscher dazu animieren sollte, das neue technische Verfahren zur Bildherstellung selbst anzuwenden.[vi] Als eines der gewichtigsten Probleme erwies sich hierbei die lange Belichtungszeit, die vor allem bei beweglichen Sujets, insbesondere Personen, erhebliche Schwierigkeiten bereitete. Zur Behebung der Mängel wurde teilweise auf unkonventionelle Methoden zurückgegriffen. Im Mai 1840 berichtete das Bonner Wochenblatt beispielsweise über eine äußerst zweifelhafte Methode, um Menschen vor der Kamera zu fixieren:

Ein Herr Jobard aus Brüssel machte bei dieser Gelegenheit die Bemerkung, hinsichtlich des Portraitierens durch die Lichtzeichnung, daß die Fleischfarbe, um genügsam helle Strahlen zurückzuwerfen, durchaus eines sehr hellenden Sonnenscheins bedürfe; diesem Mangel abzuweisen, solle man daher das Gesicht des Abzubildenden erst weiß anstreichen und sein Haar pudern, dazu ihm mit dem Hintertheile des Kopfes vermittelst an die Lehne eines Sessels fest schrauben; sein Kopf werde dann eben so gut wie eine Gipsbüste das gehörige Licht werfen. Nicht uneigentlich benennt Herr Jobard einen zu diesem Zwecke so zugerichteten Menschen mit dem Kunstausdruck: den Patienten.[vii] 

Die ersten Lichtbilder, die in Bonn entstanden sind, stammen sehr wahrscheinlich von Johann Ulrich Etter. Der dilettierende „Universitäts-Mechanikus und –Optikus“, der wohl anhand schriftlicher Anleitungen das neue Bildverfahren eigenständig entwickelt hatte, bot im September 1842 „Portraits vermittelst der Daguerreotype“ gegen zwei Taler in der Sandkaule 527 an.[viii] Vermutlich verliefen die frühen Versuche Etters zumindest zeitweilig erfolgreich, denn ein zweites Inserat vom Mai 1843 bezeugt, dass Etter zu diesem Zeitpunkt bereits ein Freiluftatelier betreiben konnte. Die Besuchszeiten waren zwar durch die Sonnenstände festgelegt, eine vorherige Anmeldung war jedoch nicht erforderlich.[ix] Einen weiteren Versuch zur Anwendung des neuen Bildverfahrens in Bonn wagte im Februar 1843 ein anonymer Daguerreotypist in Zusammenarbeit mit der renommierten Buch- und Kunsthandlung Henry & Cohen. Dort wurden „Musterbilder“ ausgestellt, darüber hinaus waren aber auch Karten erhältlich, die eine „Anleitung zur Anfertigung von Bildern“ enthielten.[x] Es sollte jedoch bei dieser einmaligen Präsentation bleiben.

Wie schnell sich das neue Bildmedium in kürzester Zeit im Denken der Zeitgenossen durchsetzen konnte, lässt sich im Falle von Bonn beispielhaft an der Verwendung des Daguerreotyp-Begriffs in den lokalen Zeitungsblättern nachweisen. Schon im Mai 1840 wurde in mehreren Ausgaben des Bonner Wochenblatts eine Erzählung des französischen Autors Pitre-Chevalier veröffentlicht, die den voyeuristischen Titel Das Daguerreotyp im Harem trug.[xi] Die Geschichte vom Besuch des berühmten Malers und Daguerreotypisten Horace Vernet am Hofe des ägyptischen Paschas Mehmed Ali behandelt im romantischen Erzählstil von Tausend-und-eine-Nacht die eigenwillige Faszination, die das neue Medium auf die Zeitgenossen ausübte. Sie spiegelt sich vor allem am Ende der Erzählung, die mit einem denkwürdigen Tausch endet. Der orientalische Herrscher überlässt Vernet großzügig ein bildschönes Mädchen seines Harems, das sich in den Franzosen verliebt hat; im Gegenzug erhält Ali ein Daguerreotyp, das ihr Antlitz zeigt. Orient versus Okzident, Logos versus Mythos, Mensch versus Abbild – in den Polaritäten kristallisiert sich die gewaltige auratische Kraft, die zu Beginn der Fotografie dem jungen Bildmedium noch zugemessen wurde. Eine weitere Schriftquelle aus der Frühzeit des Daguerre‘schen Verfahrens behandelt ebenfalls den faszinierenden Aspekt von Vor- und Abbild. Im März 1843 erschien in der Bonner Lokalzeitung ein Gedicht über eine Marktsituation unter dem Titel Daguerreotyp, das ein ansässiger Autor verfasst hatte.[xii] Es ist anzunehmen, dass hier erstmals im Rheinland eine Daguerreotypie als Vorlage für eine Lyrik gedient hat.

Ohne Rücksicht auf Witterung

Der immense Bedarf nach den neuen Bildern lockte zu Beginn der 1840er Jahre mehrere Wanderdaguerreotypisten ins Rheinland, die entlang des Flusses zogen und in den Städten für wenige Tage, Wochen oder Monate ihre Dienste offerierten. Aus Frankfurt gelangte etwa Joseph Hausmann nach Bonn, der am 5. November 1843 in einer Anzeige auf sich aufmerksam machte.[xiii] Der aus Breslau stammende Maler konnte bereits auf eine verbesserte Apparatur zurückgreifen. Aufnahmezeiten von 8 bis 30 Sekunden ermöglichten „die stärksten und schärfsten Bildnisse ... ohne Rücksicht der Witterung, auch bei Regen“.[xiv] Als Örtlichkeit wählte der Bildermacher zunächst einen Garten nahe der Sternwarte an der Poppelsdorfer Allee, zwei Tage später bereits ein zentral gelegenes Haus hinter der Münsterkirche.[xv] Allerdings blieb Hausmann nicht lange in Bonn, sondern zog im Frühjahr 1844 weiter nach Köln, wo er das fotografische Gewerbe noch bis zum Ende der Dekade ausübte.[xvi]

Im Spätsommer 1844 offerierte der Pariser Daguerreotypist Menetrier für wenige Tage die Möglichkeit, ein Portrait anfertigen zu lassen und zwar in der Kölnstraße 390, täglich zwischen 11 bis 19 Uhr gegen ein Entgeld von zwei bis fünf Taler.[xvii] Menetrier, der sich selbst als Schüler Daguerres bezeichnete, hatte zuvor sein neues Gewerbe mehrere Monate lang in Köln betrieben.[xviii] Als dritter, namentlich bekannter Daguerreotypist, der zeitweilig in Bonn tätig war, ist Eduard Runckel zu nennen, der am 19. Juli 1845 im Lokalblatt seine Fertigkeiten feilbot.[xix] Neben der Anfertigung Daguerre‘scher Portraits umfasste sein Angebot auch die Kolorierung der Bilder sowie die Unterrichtung von Laien. Runckels Aufenthalt in Bonn beschränkte sich auf einen Monat.

Der erste Fotograf, der sich langfristig in Bonn halten konnte, war Johann Georg Schallenberg. Der 1810 im schweizerischen Zug geborene Bildnismaler hatte sich nach seinem Studium in Zürich, Düsseldorf und Rom im Jahre 1841 in Bonn niedergelassen.[xx] Sein Freiluftatelier eröffnete Schallenberg am 13. Juli 1845 zunächst in den Franziskanern Nr. 1013.[xxi] Im Oktober 1847 bezog er ein Atelier in dem zentral gelegenen Gasthof zur Post auf dem Münsterplatz.[xxii] Kontinuierlich inserierte Schallenberg in den folgenden Jahren im Bonner Wochenblatt.[xxiii] Die Eintragungen bezeugen zugleich, dass der Daguerreotypist schon damals sein Gewerbe in den Wintermonaten betreiben konnte. Schallenbergs Geschäft hielt sich genau 18 Jahre bis zu seinem Tode im Jahre 1863.[xxiv] Im Inserat anlässlich seiner Ateliereröffnung formulierte der Künstler bereits jenes breite Spektrum an Bildmotiven und Anwendungsmöglichkeiten, das für den Siegeszug der neuen Lichtbilder von entscheidender Bedeutung sein sollte:

Portraits von dem Umfange eines Thalers, ganze oder halbe Figur, wie bis zu der bedeutenden Grösse bekannter lithographirten Portraits, sogar die Köpfe bis über die Grösse eines Eies. Ferner Bilder von mehreren Personen, Familien-Bilder etc.; ebenso Ansichten von Monumenten, Gebäuden, Copien von Gemälden und Kupferstichen, Landschaften etc. Auch schaffe ich farbige Bilder, Aquarellgemälden ähnlich, auf besonderes Verlangen.[xxv]

Im Frühjahr 1846 besuchte abermals ein zugereister Bildermacher die Beethovenstadt. Der Wiener Daguerreotypist Johann Fleischer, der sich bereits mit dem Titel eines Hoffotografen schmückte, residierte kurzzeitig in einem zentral gelegenen Haus am Marktplatz.[xxvi] Gegen Ende der Dekade gelangten zwei weitere Lichtbildner nach Bonn, die jeweils ein Atelier auf dem Belderberg unterhalten konnten. Unter der Namensnennung "W. Sulzbach" inserierte im April 1848 ein Daguerreotypist, der sich allerdings nur wenige Tage in Bonn aufhielt.[xxvii] Von Januar bis Juni 1848 bot dagegen der Maler und Fotograf Wilhelm Becker Lichtbildportraits an. Becker wohnte zunächst in der Neugasse, nutzte nach dem Weggang von Sulzbach allerdings dessen Atelier auf dem Belderberg. Ab 1855 wurde er in Köln ansässig.[xxviii] Beckers Angebot umfasste „Daguerreotype-Portraits“, die er „in den bekannten Größen zu allen Tagesstunden und bei jeder Witterung“ anfertigen konnte.[xxix] Die Belichtungszeit begrenzte sich bei ihm bereits auf 10 bis 15 Sekunden.[xxx]

Zweite Phase 1850-1863

Auf Papier alle Arten von Bildern

Wiederum war es eine Zeitungsnachricht, die die Bonner Öffentlichkeit auf einen Meilenstein in der Entwicklung des jungen Bildverfahrens aufmerksam machte. Am 8. November 1844 zitierte das Bonner Wochenblatt eine Meldung des Courrier belge, der zufolge grundlegende Fortschritte bei der Perfektionierung der Daguerre‘schen Erfindung gelungen seien:

Die Photographie beschränkt sich nicht mehr darauf, metallische Platten zu liefern, welche man auf mehrfache Weise hin und herdrehen muß, um eine Zeichnung zu erblicken, welche der Lichtglanz zu erkennen verhindert; sie schaffe auf Papier alle Arten von Bildern. Ihre Erzeugnisse haben einen eigenen Reiz. Sie gleichen sehr den in den im Aqua-Tinta-Manier behandelten Kupferstichen und vereinen mit der Weichheit der Halbtinten das Pikante des Effektes und den hinreißenden Anblick der Natur im verjüngten Maßstabe. Ein einziger Abzug reicht hin, um Tausende davon zu fertigen, und diesmal scheinen uns Zeichner, Portraitmaler und Lithographen ernstlich bedroht; für sie ist eine ungeheure artistisch-industrielle Krisis vorhanden.[xxxi] 

Der Bildträger Papier und nicht zuletzt die unbegrenzte Reproduktionsfähigkeit waren die maßgeblichen Faktoren, die der „Photographie“, wie sie hier erstmals im Bonner Raum bezeichnet wird, gegenüber den kristallinen Daguerre‘schen Bildern entscheidende Vorteile versprachen. Tatsächlich war nach den Forschungen des Franzosen dem englischen Gelehrten Henry Fox Talbot diese neuartige Fixiermöglichkeit auf Silbersalzpapier gelungen, die er am 30. Januar 1839 der Royal Society in London und in seinem umfangreichen Auflagenalbum The Pencil of Nature (1839-1843) schließlich einer breiten Öffentlichkeit vorstellte.[xxxii]

Es dauerte indes noch mehr als eine Dekade, bis das verbesserte Lichtbildverfahren in Bonn Einzug hielt. Im Januar 1850 eröffnete Clemens Phillipart im Dreieck 209 1/3 ein „photographisches Atelier“, in dem erstmals „Licht-Portraits auf Papier“ angeboten wurden. Wenn auch die Aufnahmen nicht die zeichnerische Schärfe der Daguerreotypien aufwiesen und die Belichtungszeit mit 40 bis 50 Sekunden etwas länger ausfiel, so proklamierte der Bildermacher die Möglichkeit einer uneingeschränkten Reproduktion bereits als entscheidenden Vorteil der neuen Papierbilder: „Eine Aufnahme ist hinreichend das Bild nach Belieben vervielfältigen zu können.“[xxxiii] Einen weiteren Vorteil bildete die Option, sämtliche Aufnahmen in ihrer Größe variieren zu können.[xxxiv] Zur kritischen Beurteilung konnten die neuen Lichtbilder in der Buch- und Kunsthandlung Henry & Cohen besichtigt werden.

Mit Clemens Philippart führte ein renommierter Zeichenlehrer das papierne Lichtbild in Bonn ein. Er war Sohn des gleichnamigen Hofmalers Clemens Philippart (1751-1825), der bereits im Jahre 1809 im Jesuitenkolleg in Bonn eine Zeichenschule gegründet hatte.[xxxv] 1807 geboren, folgte Philippart dem Beruf seines Vater und war zunächst als Zeichner und Lithograf tätig, ehe er das fotografische Handwerk erlernte.[xxxvi] Neben Portraitaufnahmen reüssierte er mit fotografischen, bis heute wenig bekannten Stadtansichten, die sich im Besitz des Bonner Stadtarchivs befinden.[xxxvii] Sein Geschäft, das er bis zum Jahre 1883 betreiben konnte, florierte offenkundig schon nach kurzer Zeit.[xxxviii] Dass Aufnahmen für Portraits, die zum Weihnachtsfest verschenkt werden sollten, vorher angemeldet werden mussten, deuten darauf hin. Im Jahre 1852 war die Nachfrage bereits so groß, dass Philippart eine Kooperation mit dem Frankfurter Fotografen Hermann Emden eingehen konnte.[xxxix]

 Das neue Verfahren lockte abermals Lichtbildner in die Rheinstadt. Mit „photographischen Portraits“ warb im Oktober 1850 J. M. Reindel in der Bonner Zeitung.[xl] Reindel stammte ebenfalls aus Frankfurt, das damals als Zentrum des Talbot‘schen Verfahrens galt. Der Maler und Fotograf blieb mindestens bis Ende des darauf folgenden Jahres in Bonn tätig.[xli] Im Oktober 1852 gelangte L. Cajetan nach Bonn, der ebenfalls „photographische Portraits, nach der neuesten Methode, welche erst seit vier Monaten bekannt ist“, anbot.[xlii] Um sich gegen die wachsende Konkurrenz zu behaupten, erweiterte Georg Schallenberg sein Repertoire und offerierte ab dem November 1852 „Winter und Sommer sowohl ... Photographie als Daguerreotype nach den neusten Vervollkommnungen.“[xliii] Schließlich folgten aus Köln die Fotografen J. Wintz und Spitz, die im folgenden Sommer ebenfalls „photographische Bilder, nach der neuesten Methode“ feilboten.[xliv] Ihr Geschäft war offenkundig so einträglich, dass sie zur Vorweihnachtszeit für jeweils einen Tag in der Woche wieder anreisten und im Bonner Hotel Kley Portraits anfertigten.[xlv]

 Zeitgleich trat eine lithografische Anstalt mit einem dritten fotochemischen Verfahren an die Bonner Öffentlichkeit. „Den Bemühungen des von uns engagirten Photographen Herrn Lemling ist es gelungen, Photographie auch auf Stein zu erzeugen, wodurch wir im Stande sind, alle Gegenstände auf das Naturgestreueste in Lithographie wiederzugeben.“[xlvi] Mit Joseph Lemling verlagerte einer der Pioniere der Fotografie seine Wirkungsstätte nach Bonn. Bereits seit Mitte der 1840er Jahre hatte der aus dem Eifelort Marmagen stammende Einzelgänger als erster mit dem Papierverfahren experimentiert und sich im Rheinland ein hohes Renommee erworben.[xlvii]

 Trotz dieser dramatischen technischen Entwicklungen ließen sich Daguerreotypisten auch weiterhin nicht davon abhalten, ihre Dienste zeitweilig in Bonn anzubieten. Im April 1852 offerierte etwa das britische „Daguerreotyp-Atelier von Ch. Gray & Comp.“ in einem zweisprachigen Inserat seine Bilddienste.[xlviii] Im August desselben Jahres war mit A. von Littow ein Daguerreotypist aus Berlin in der Rheinstadt eingetroffen.[xlix] Er sollte der letzte Bildermacher sein, der in Bonn Portraits nach dem Daguerre‘schen Verfahren anfertigte. Drei Jahre danach wurden Daguerreotyp-Platten neben Biscuit-Figuren und Bronze-Türgriffen bereits als Kuriosum in einer Bonner Spiegelhandlung angeboten.[l] Das Bildverfahren Daguerres hatte offenkundig ausgedient, die Papierbilder hatten sich durchgesetzt.

 Mit wechselnder Beleuchtung

Als Johannes Schafgans Mitte der 1850er Jahre sein fotografisches Atelier in Bonn eröffnete, war der lokale Markt auf das junge Bildmedium also bestens vorbereitet. In seinen Erinnerungen Sechs Jahrzehnte hinter der Kamera verwies Theo Schafgans jun. (1892-1976) denn auch auf die Aktivitäten seines Großvaters und die Anfänge des Atelierbetriebs gemäß der familiären Überlieferung. Demzufolge war Johannes Schafgans im Jahre 1828 als drittes Kind der Eheleute Adolf Schaafjan und Katharina Schmitz zur Welt gekommen. Nach einer Ausbildung zum Gärtner arbeitete er in den 1840er Jahren bereits mit einem künstlerischen Medium, das zugleich die handwerkliche Grundlage für seine späteren fotografischen Arbeiten werden sollte. „Mein Großvater war Porzellanmaler in einer der ehemals kurfürstlichen Manufakturen, die neben Gebrauchsgeschirr auch wertvolle bemalte Krüge, Teller und Vasen herstellten. Die Bemalung erforderte eine peinlich genaue Technik und künstlerische Begabung.“[li] Eine verschollene, ehemals in Familienbesitz befindliche Porzellanschale dokumentierte eindrucksvoll Johannes Schafgans' Begabung der Feinzeichnung, die ihm bei der Kolorierung fotografischer Bilder dienlich werden sollte. Wie Schafgans mit dem Medium Fotografie erstmals in Berührung gekommen ist, darüber kann nur spekuliert werden. Vermutlich hatte er schon als Heranwachsender in Bonn Daguerreotypien zu Gesicht bekommen; ein beruflicher Wechsel vom angestellten Porzellanmaler zum selbstständigen Fotografen bedeutete zudem keine Besonderheit. Schließlich war mit Gustav Hertting seit 1845 im benachbarten Köln ebenfalls ein ausgebildeter Porzellanmaler als Fotograf tätig.[lii] Für eine fotografische Ausbildung in Amsterdam und Frankfurt, die Johannes Schafgans nach familiärer Überlieferung zu Beginn der 1850er Jahre absolviert haben soll, lassen sich zwar keine Belege finden, allerdings sprechen mehrere Gründe für eine Lehrzeit in den beiden Metropolen.[liii] Frankfurt war immerhin eine der wenigen deutschen Städte, in denen das Talbot‘sche Bildverfahren bereits in den 1850er Jahren sehr früh und umfangreich Anwendung fand.[liv] Vermutlich hatte der aus Frankfurt stammende Fotograf Hermann Emden, der 1852 bei Clemens Phillipart assistierte, Johannes Schafgans auf die Talbotypie aufmerksam gemacht.[lv] Auch in Amsterdam praktizierte man bereits das aus England stammende Salzpapierverfahren.

Die entscheidende Motivation zur Ausübung des Fotografenberufs verdankte Johannes Schafgans allerdings Nicolaus Christian Hohe (1798-1868). Nach familiärer Überlieferung hatte Schafgans in den 1840er Jahren bereits Zeichen- und Malunterricht durchden renommierten Münchener Zeichenkünstler erhalten, der 1828 vom preußischen Kultusministerium zum Zeichenlehrer der Universität Bonn ernannt worden war.[lvi]  Nicht nur mit seiner Portraitserie von namhaften Bonner Universitätsgelehrten, die durch das ortsansässige Verlagshaus Henry & Cohen vertrieben wurde, sondern auch durch die Umsetzung eines spektakulären Großprojekts hatte Hohe in kurzer Zeit lokale Berühmtheit erlangt. In der Nähe des Bahnhofs hatte er in Zusammenarbeit mit Th. Dickert, Konservator des naturhistorischen Museums der Universität, 1845 ein „Großes Landschaftsgemälde mit wechselnder Beleuchtung, vorstellend: die untergehende Sonne in der Schweiz bei Thun“ errichten lassen.[lvii]  Während sich die gewaltige Folie motivisch noch stark an das 1809 bis 1814 von Marquard Wocher angefertigte Monumentalbild im schweizerischen Thun anlehnte, das heute als das älteste erhaltene Panorama der Welt gelten kann, bediente man sich mit der die Verwendung des Dioramas bereits modernster Bildmittel.[lviii] Wenngleich Hohe und sein Mitarbeiter das Dioramaprojekt wegen mangelnder Rentabilität im Jahre 1851 wieder abreißen lassen mussten, zeugt diese Episode doch von der großen Aufgeschlossenheit des Bonner Zeichenlehrers gegenüber den neueren bildgebenden Erfindungen.[lix]

Von musterhafter Vollendung

Es scheint daher wenig verwunderlich, dass Christian Hohe und seine Frau sich von dem jungen Johannes Schafgans porträtieren ließen.[lx]  Die Protektion blieb gleichsam nicht auf das Lehrverhältnis beschränkt, sie dokumentiert sich darüber hinaus in einem in einem Empfehlungsschreiben des Zeichenlehrers, das in der Bonner Zeitung veröffentlicht wurde:

J. Schafgans, Photograph und Maler in Bonn, Neugasse Nro. 1088 3/4, empfiehlt sich einem geehrten Publikum in Anfertigung von photographirten, sowohl schwarzen als auch colorirten Portraits auf Papier. Zeugnis.

Dem Maler Schafgans bezeuge ich mit Vergnügen, daß seine photographirten Portraits in ihrer Auffassung und Aehnlichkeit und deren geschmackvollen Anordnung und Vollendung nichts zu wünschen übrig lassen und daß neben diesen guten Eigenschaften vorzüglich das Technische von musterhafter Vollendung ist. Die Töne der Carnation, das Haar in seiner verschiedenen Farbe und Gruppirung, die manchfaltigsten Stoffe in der Besonderheit ihrer Textur und Färbung, werden in solcher Sauberkeit, in so reicher Abstufung der Tinten gegeben, daß diese talentvolle Beherrschung einer so schwierigen Aufgabe wahrhaft bewundernswerth erscheint. Auch sind seine Preise sehr mäßig zu nennen und wünschen wir daher dem jungen Künstler eine recht lebendige Theilnahme. Hohe, akad. Zeichenlehrer und Maler.[lxi]

Seit 1929 ist das Datum der Firmengründung des Fotoateliers Schafgans untrennbar mit dem Empfehlungsschreiben von Christian Hohe und dem 18. Oktober 1854 verknüpft.[lxii] Das Datum basiert auf einer handschriftlichen Datierung auf dem zitierten Zeitungsausschnitt, der sich noch im Besitz der Familie befindet. Eine systematische Sichtung der Bonner Zeitungsausgaben führte jedoch zu dem Resultat, dass die Anzeige erst am 12. November 1855 erschienen ist.[lxiii] Wegen der eindeutigen Quellenlage – das Inserat wurde am 13. und 15. November 1855 nochmals geschaltet – ist es daher sehr wahrscheinlich, dass die Eröffnung des Fotoateliers erst unmittelbar zuvor in den ersten Novembertagen des Jahres 1855 erfolgte.[lxiv]

Zweifellos war die öffentliche Referenz des renommierten Zeichenlehrers Christian Hohe auch von privaten Interessen geleitet. Am 29. Oktober 1856 heiratete Johannes Schafgans seine Tochter Anna Friederica Adelheid Hohe (1832-1916).[lxv] Mit dem Erwerb des Hauses in der Neugasse (heute Rathausgasse), das zentral gelegen unweit des Rathauses gelegen war, sowie mit der Errichtung von zwei großen Glashausateliers in der ersten Etage des Gartengebäudes hatte Johannes Schafgans die Grundlage für eine prosperierende Unternehmensentwicklung geschaffen.[lxvi]

Einer so schwierigen Aufgabe wahrhaft bewundernswert

Theo Schafgans jun. wusste in seinen Lebenserinnerungen noch zu berichten, dass die ersten fotografischen Bilder für Bonn durchaus eine Sensation bedeuteten. Im Sinne des Zeugnisses, das Christian Hohe seinem Schwiegersohn ausstellte, war die Abbildungsquälität des neuen Bildverfahrens tatsächlich so hoch, „daß diese tatenvolle Ueberraschung einer so schwierigen Aufgabe wahrhaft bewundernswerth erscheint.“[lxvii] Obwohl im Zweiten Weltkrieg fast alle Bilddokumente des Ateliers zerstört wurden, bezeugen die wenigen erhaltenen Talbotypien der Frühzeit, die vorwiegend Verwandte von Johannes Schafgans zeigen, eine bildhafte Fixierung des menschlichen Portraits auf bisher ungeahntem Niveau. Beispielhaft ist das meisterliche Portrait von Wilhelm 5. Fürst zu Wied (1845-1907) aufzuführen, der im knabenhaften Alter von Johannes Schafgans Mitte der 1850er Jahre fotografiert wurde.[lxviii] Das hochovale Bild paart die Eleganz des prospektartigen Dekors einer Meerlandschaft mit kompositorischer Strenge und Klarheit. Darüber hinaus führt die sensible Aquarellkolorierung auf Salzpapier zu einer subtilen Qualitätssteigerung, die die Attraktivität des Bildwerkes nochmals entscheidend erhöht. In seinen Erinnerungen konnte Theo Schafgans anmerken, dass sich die Fokussierung auf künstlerisch hochwertige Portraitdarstellungen auch ökonomisch auswirkte und sein Großvater viel Geld verdiente.[lxix]

Die Prosperität des neuen Gewerbes lässt sich beispielhaft an den Eintragungen der Bonner Adressbücher nachvollziehen, in deren Anhang seit 1856 die einzelnen Berufsstände verzeichnet sind. Im Jahre 1859 eröffnete etwa Ludwig Schubert ein weiteres Ladenlokal auf dem Markt, das fotografische Arbeiten offerierte.[lxx] Gegenüber 1855 hatte sich im Jahre 1863 die Anzahl der „photographischen Anstalten“ sogar verdreifacht.[lxxi]  Trotz zunehmender Konkurrenz konnte sich das Familienunternehmen Atelier Schafgans in der Bonner Bürgerschaft etablieren. In der damaligen Neugasse 1088 3/4 arbeiteten zu diesem Zeitpunkt neben Johann Schafgans seine beiden Brüder Theodor (1823-1887) und Wilhelm (1839-1910).[lxxii] Während Theodor wie Johann ebenfalls eine Ausbildung als Porzellanmaler erfahren hatte und im jungen Familienunternehmen als Retuscheur tätig war, assistierte der jüngste Bruder Wilhelm zeitweilig als „Photographen-Gehülfe.“[lxxiii]

Rückblickend ist man in Bezug auf die Anfänge der Atelierfotografie in Bonn geneigt, mit den Aktivitäten von Clemens Phillipart, Georg Schallenberg und Johannes Schafgans auch für Bonn den Beginn des fotografischen Portraits aus dem Geiste der Malerei zu attestieren. Die Gründungsphase um die Jahrhundertmitte – also unmittelbar vor der Verbreitung der carte-de-visite – bedeutet für die Fotografie des 19. Jahrhunderts zugleich ihren unumstrittenen Höhepunkt.

Christoph Schaden, 2004

 

[i] Bonner Wochenblatt, 15.02.1839, Nr. 20, o.S.

[ii] Zur Verbreitung der fotografischen Verfahren im Rheinland siehe Werner Neite, Die Frühzeit der Photographie in der Rheinprovinz, in: Eduard Trier/Willy Weyres (Hrsg.), Kunst des 19. Jahrhunderts im Rheinland, 5, Düsseldorf 1979, S. 359-389; vgl. auch Ludwig Hoerner, Die Einführung der Photographie in den Metropolen und in der Provinz (1839-1860), in: Silber und Salz. Zur Frühzeit der Photographie im deutschen Sprachraum 1839-1860, Ausstellungskatalog, Agfa Foto-Historama, Köln, 09.06.-23.07.1989, (Hrsg. Bodo von Dewitz und Reinhard Matz), Köln 1989, S. 88-115.

[iii] Bonner Wochenblatt, 23.07.1839, Nr. 88, o.S.

[iv] Ebd., 03.11.1839, Nr. 132, o.S.: „Ausstellung. Ein Daguerre'sches Lichtbild und ein Liepmann'scher Gemälde-Druck, – Portrait von Rembrandt – werden von Montag den 4. Nov. an auf dem Rathause 2 Treppen hoch, in den Stunden von 10-1 Uhr, gegen ein Entrée von 2 1/2 Sgr. zum Besten des Frauen-Vereins auf kurze Zeit zur Ansicht ausgestellt sein.“

[v] Neite [Anm. 2], S. 362. Werner Neite vermutet, dass „das Lichtbild durch den Berliner Hofkunsthändler Louis Friedrich Sachse nach Bonn gekommen sei. Er verkaufte 1839 als erster in Deutschland Daguerreotypien.“

[vi] Bodo von Dewitz, Daguerre oder Talbot? Zur Konkurrenz der Verfahren im deutschen Sprachraum, in: Silber und Salz [Anm. 2], S. 29.

[vii] Bonner Wochenblatt, 27.03.1840, Nr. 37, o.S.

[viii] Ebd, 23.09.1842, Nr. 114, o.S. In den Adressbüchern von 1856/57 wird der Bonner Bürger Johann Ulrich Etter unter der erwähnten Berufsbezeichnung aufgeführt. Erstes Adressbuch der königlich-preussischen Universitätsstadt Bonn für 1856/57, Bonn 1856, S. 82.

[ix] Bonner Wochenblatt, 14.05.1843, o.S.; vgl. Neite [Anm. 2], S. 367.

[x] Ebd., 17.02.1843, Nr. 21, o.S.

[xi] Pitre-Chevalier: Das Daguerreotyp im Harem, in: Bonner Wochenblatt, 05.05.1840, Nr. 54ff, o.S.

[xii] Ebd., 03.03.1843, o.S.; vgl. auch der zweizeilige Aphorismus in der Zeitungsausgabe vom 28.08.1840: „Daguerreotyp-Ehe. Ist nicht der Ehestand von so vielen Gatten, bei Licht besehen, auf Silberplatten?“

[xiii] Eberhard Mayer-Wegelin, Frühe Photographie in Frankfurt am Main 1839-1870, München 1982, S. 22.

[xiv] Bonner Wochenblatt, 05.11.1843, Nr. 205, o.S.

[xv] Ebd., 07.11.1843, Nr. 207, o.S.

[xvi] Werner Neite, Die Photographie in Köln 1839-1870, in: Jahrbuch Kölnischer Geschichtsverein, 46, 1975, S. 110.

[xvii] Bonner Wochenblatt, 21.07.1844, Nr. 200, o.S.

[xviii] Neite [Anm. 16], S. 109f. Im Jahre 1845 war Menetier in Krefeld tätig. Ders. [Anm. 2], S. 366.

[xix] Bonner Wochenblatt, 19.7.1845, o.S.; siehe auch die Ausgaben vom 20.07.1845, 11.08.1845 und 12.08.1845.

[xx] Ulrich Thieme/Felix Becker: Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart, 29, Leipzig 1935, S. 573.

[xxi] Bonner Wochenblatt, 13.07.1845, o.S.

[xxii] Ebd., 17.10.1847, o.S. Ab 1850 wird er als Eigner des Hauses Münsterplatz 132 erwähnt. Bonner Sackkalender, Bonn 1848, 1849, 1850, o.S.

[xxiii] Bonner Wochenblatt 25.05.1848; 27.05.1848; 04.06.1848; 17.12.1848; 27.02.1849; 04.03.1849; 01.04.1849; 11.05.1849 und 18.05.1849.

[xxiv] Bonner Kalender und Adreß-Buch auf das Jahr 1863, Bonn 1863, S. 136: „Schallenberg, Georg, Maler u. Photograph, Münsterplatz 132.“

[xxv] Siehe Anm. 22.

[xxvi] Bonner Wochenblatt, 08.04.1846, Nr. 97, o.S. In Köln waren mit M. Hausermann und C. Uetz schon im Jahre 1842 zwei Lichtbildner aus Wien tätig. Neite [Anm. 2], S. 366.

[xxvii] Bonner Wochenblatt, 30.04.1848, Nr. 119, o.S; ebd. 04.05.1848, Nr. 122, o.S.; 07.05.1848, Nr. 125, o.S.

[xxviii] Neite [Anm. 16], S. 126.

[xxix] Bonner Wochenblatt, 04.06.1848, Nr. 153, o.S.

[xxx] Ebd., 01.06.1848, Nr. 150, o.S.

[xxxi] Bonner Wochenblatt,  09.11.1844, Nr. 310, o.S.

[xxxii] Zur Entstehungsgeschichte siehe ausführlich Hubertus von Amelunxen, Die aufgehobene Zeit. Die Erfindung der Photographie durch William Henry Fox Talbot, Berlin 1989, S.7ff.

[xxxiii] Bonner Wochenblatt, 18.01.1850, o.S.

[xxxiv] „Auch werden Photographien nach allen Arten von Oel-Portraits auf das genaueste in jeder Größe gefertigt.“ Ebd., 14.05.1850, Nr. 112, o.S.

[xxxv] Die Zeichenschule musste zwischenzeitig geschlossen werden und erfuhr ihre Wiedereröffnung am 1. August 1814. Bönnsches Wochenblatt 1814, Nr. 132.

[xxxvi] „Am 27. April 1807 wurde ein Sohn geboren und auf den Namen Clemens getauft. Er folgte seinem Vater im Beruf, wurde Zeichenlehrer und Photograph. Es existieren von ihm mehrere Ansichten aus Bonn und seiner Umgebung, die in den 40er Jahren bei Henry & Cohen lithographiert wurden. Bemerkenswert ist eine großformatige Gesamtansicht der Stadt vom Kreuzberg her aus dem Jahre 1848.“ Karl Gutzmer, Clemens Philippart. Ein Bonner Hofmaler und Zeichenlehrer (1751-1825), in: Bonner Geschichtsblätter, 24, 1971, S. 58.

[xxxvii] Von der Urkunde zur CD. Geschichte und Bestände von Stadtarchiv und Stadthistorischer Bibliothek Bonn, Veröffentlichungen des Stadtarchivs Bonn 60, Bonn 2000, S. 95.

[xxxviii] Bis 1855 war Philippart noch unter der Adresse Dreieck 209a verzeichnet. Seit 1856 befand sich sein Atelier in der Rheingasse. Bonner Sackkalender 1855, S. 81; Erstes Adressbuch der königlich-preussischen Universitätsstadt Bonn für 1856 & 57, Bonn 1856, S. 121.

[xxxix] Bonner Zeitung, 09.11.1852, Nr. 262, o.S. Bei Hermann Emden handelt es sich um einen Kupferstecher und Lithographen, der 1852 im Rheinland verweilte. In Elberfeld arbeitete er 1852 mit Paul Eduard Liesegang, dessen optische und mechanische Apparaturen später Weltruhm erlangten. Neite [Anm. 2], S. 383.

[xl] Bonner Zeitung, 23.10.1850, Nr. 251, o.S.

[xli] Ebd., 25.11.1850, Nr. 277, o.S.

[xlii] Ebd., 16.10.1852, Nr. 244, o.S.; ebd., 15.11.1852, Nr. 267, o.S. Cajetans Domizil lag bei „Herrn Büttgen am Hof“; er beherrschte außerdem die Kunst des Kupferstechens, wie ein Portrait des Universitätsgelehrten Dr. Ferdinand Bleek zeigt (Bonner Stadtarchiv, 351 V).

[xliii] Ebd., 15.11.1852, Nr. 267, o.S.

[xliv] Ebd., 23.07.1853, Nr. 169, o.S.; 27.07.1853, Nr. 172, o.S.

[xlv] Ebd., 20.11.1853, Nr. 270, o.S.

[xlvi] Ebd., 15.11.1852, Nr. 267, o.S.

[xlvii] Neite [Anm. 2], S. 368.

[xlviii] Bonner Zeitung, 09.04.1852, Nr. 84, o.S. Die Firma, die nahezu täglich inserierte, ist letztmalig am 22. April 1852 aufgeführt. Ebd., 22.04.1852, Nr. 94, o.S.

[xlix] Ebd., 12.08.1852, Nr. 189, o.S. Von Littow blieb nur bis zum 20. des Monats in Bonn. Ebd. 20.08.1852, Nr. 195, o.S.

[l] Ebd., 28.04.1855, Nr. 97, o.S.

[li] Theo Schafgans, Sechs Jahrzehnte hinter der Kamera. Mein Leben als Fotograf, in: Bonner Geschichtsblätter, 36, Bonn 1984, S. 337.

[lii] Neite [Anm. 16], S. 111.

[liii] Portraitfotografie in vier Generationen. Das Atelier Schafgans in Bonn, Ausstellungskatalog Rheinisches Landesmuseum Bonn, 18.12.1980-01.02.1981, Köln 1980, S. 21.

[liv] Eberhard Mayer-Wegelin [Anm. 13].

[lv] Siehe Anm. 39.

[lvi] Zu Leben und Werk von Nicolaus Christian Hohe siehe die jüngst erschienene Dissertation von Sabine Gertrud Cremer, Nicolaus Christian Hohe (1798-1868), Universitätszeichenlehrer in Bonn, Bonner Studien zur Zeitgeschichte 16, Münster 2001.

[lvii] Bonner Wochenblatt, 09.05.1845, Nr. 127, o.S. Das Diorama zeigte darüber hinaus den „Aufgang des Mondes auf der Elisenhöhe bei Bingen am Rhein.“ Im Bestandskatalog der Dissertation von Sabine Gertrud Cremer ist lediglich ein „Diorama mit einer Aussicht über Rheinbreitbach“ aufgeführt. Cremer [Anm. 55], S. 338, Kat.Nr. 9.11.

[lviii] Das Diorama wurde von Louis Jacques Mandé Daguerre im Jahre 1822 erfunden, Heinz Buddemeier, Panorama, Diorama, Photographie. Entstehung und Wirkung neuer Medien im 19. Jahrhundert, München 1970.

[lix] Bonner Zeitung, 01.06.1851, Nr. 128, o.S.

[lx] Cremer [Anm. 56], S. 19, Abb. 3.

[lxi] Bonner Zeitung, 15.11.1855, Nr. 264, o.S.

[lxii] Der irrtümliche Bezug auf das Gründungsjahr 1854 ist bereits für das Jahr 1929 nachweisbar. In diesem Jahr feierte Theo Schafgans jun. das 75jährige Geschäftsjubiläum. Photographische Chronik, 1929, S. 417. Vgl. die Datierung des Abdrucks in Schafgans [Anm. 51], S. 337.

[lxiii] Bonner Zeitung, 12.11.1855, Nr. 261, o.S.

[lxiv] Archivalien, die über die Anmeldung des Gewerbes Auskunft geben könnten, sind im Stadtarchiv Bonn nicht erhalten. Freundliche mündliche Mitteilung von Herrn Prothmann, Stadtarchiv Bonn, an den Verfasser am 18.05.2001.

[lxv] Cremer [Anm. 56], S. 19.

[lxvi] Schafgans [Anm. 51], S. 340.

[lxvii] Bonner Zeitung 12.11.1855, Nr. 261, o.S.

[lxviii] Schatzhäuser der Photographie. Die Sammlung des Fürsten zu Wied, Ausstellungskatalog Museum Ludwig/Agfa Photo-Historama Köln, 18.09.-22.11.1998 (Hrsg. Bodo von Dewitz und Wolfgang Horbert), Göttingen 1998, S. 129, Kat. 105.

[lxix] Schafgans [Anm. 51], S. 340.

[lxx] Zwischen 1863 und 1873 war Schuberts Ladenlokal in der Sternstraße 181 ansässig.

[lxxi]„Photographische Ateliers: Baumhauer, M. 38 1/1. Foegen C.765. Hax 71. Ludwig G. 96. Müller 271. Philippart 876. Schafgans 1088 3/4. Schallenberg 132. Schubert 181.“ Bonner Kalender und Adreß-Buch auf das Jahr 1863, Bonn 1863, S. 174.

[lxxii] Rolf Nelles, Familie Schafgans, o.O. (1973), Manuskript im Stadtarchiv Bonn, 81/194, S. 7ff.

[lxxiii] Bonner Kalender und Adreß-Buch auf das Jahr 1863, Bonn 1863, S. 136. Anschließend absolvierte Wilhelm Schafgans, der sich den Namen „Schaffganz“ gab, eine Ausbildung als Opernsänger, die ihn u.a. zur Dresdener Hofoper führte. Schafgans 1984 [Anm. 51], S. 317.

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