Christian Geerling

Die seltsamen Reisen des Christian Geerling (1797-1848) oder: Ein Skandal zu Beginn der rheinischen Denkmalpflege

Betrachtet man die Geschichte des „Heiligen Köln“ von den frühmittelalterlichen Anfängen bis heute, so kommt man unweigerlich zu der Feststellung, daß die kölnische Kirche niemals von so schwerwiegenden, ihre Substanz gefährdenden äußeren Maßnahmen getroffen worden ist wie der großen Säkularisation im Gefolge der Französischen Revolution.

Toni Diederich[i]

 

Sicherlich darf man die treffende Einschätzung, die Toni Diederich über die Gefährdung und Zerstörung der kirchlichen Güter in Köln im Zuge der Säkularisation vorgenommen hat, auch für das gesamte Rheinland attestieren. Die Enteignung der kirchlichen Immobilien zu Beginn des 19. Jahrhunderts bildete für die gesamte Region einen tiefen historischen Einschnitt, die eine generelle Neuordnung der Besitzverhältnisse zur Folge hatte. Dies gilt auch für die „mobilen“ Besitztümer, insbesondere die künstlerisch kostbaren Gegenständen aus Kirchenbesitz.

Es ist daher erstaunlich, dass ausgerechnet in der kunsthistorischen Forschung die Frage der weitreichenden Folgen der Säkularisation im Rheinland erst in der letzten Dekade verstärkt in den Blickpunkt gerückt ist. Abgesehen von objektbezogenen Analysen, in denen das Schicksal einzelner Kirchen und sakraler Kunstgegenstände untersucht wurde, sind die weitreichenden Konsequenzen der 1794 bis 1803 erfolgten Enteignung des Kirchenbesitzes für den stadtkölnischen Bereich erstmals umfassend im Jahre 1995 in der Ausstellung Lust und Verlust. Kölner Sammler zwischen Trikolore und Preußenadler erörtert worden.[ii] Wie der Titel bereits andeutet, belegt das von Hiltrud Kier und Frank Günter Zehnder initiierte Forschungsprojekt facettenreich die These, dass die plötzliche Entstehung des Kunsthandels und namhafter privater Kunstsammlungen in Köln ohne die plötzliche Freisetzung zahlreicher Kunstwerke aus den aufgehobenen Pfarr-, Stifts- und Klosterkirchen nicht möglich gewesen wäre. Dies gilt nicht nur für die beiden bedeutenden Gemäldesammlungen altkölnischer Malerei, die von Ferdinand Franz Wallraf sowie den Gebrüdern Sulpiz und Melchior Boisserée zusammengetragen wurden und noch heute den Kernbestand des Wallraf-Richartz-Museums in Köln und der Alten Pinakothek in München bilden, sondern auch für eine Vielzahl kleinerer Kunstsammlungen. In aufwendigen Provenienzanalysen sind in dem verdienstvollen Forschungsprojekt eine Reihe bürgerlicher Gemäldesammlungen (Lyversberg, Schmitz, Kerp, De Noël, Schaafhausen, Weyer, Ramboux  und anderen) rekonstruiert worden, die nach ihrer Auflösung über den Kunsthandel in verschiedene private und öffentliche Sammlungsbestände gelangt sind.[iii] Wie die Provenienzrecherchen des Lust und Verlust-Projektes treffend gezeigt haben, lässt sich die Frage, inwieweit bürgerliche Sammler direkt oder über Vermittler auch außerhalb des stadtkölnischen Territoriums sakrale Kunstgegenstände erworben haben, nur im Einzelfall und mit erheblichem Forschungsaufwand beantworten. Lohnenswerter erscheint in diesem Zusammenhang ein Perspektivenwechsel, der die Verluste unter dem Fokus der ehemaligen Kirchenausstattungen analysiert. Aufgrund einer unübersichtlichen, zumeist lückenhaften Quellenlage steht eine systematische kunsthistorische Aufarbeitung der Säkularisierungsverluste mit dem Anspruch, einen Korpus der rheinischen Kirchenbestände vor 1794 zu rekonstruieren, indes weiterhin aus.[iv]

Nicht nur im Hinblick auf den sich etablierenden Kunsthandel und das florierende Sammlungswesen ist die Säkularisation von grundlegendem Interesse. Auch für die Denkmalpflege, die sich seit 1815 unter preußischer Verwaltung allmählich konstituierte, bildet die Vielzahl der zerstreuten, in Privatbesitz gelangten Kunstgegenstände jene psychologische Folie, die erst ein verschärftes Bewusstsein für die Wertigkeit der erhaltenen Kunstwerke geschaffen hat. Der Erkenntnis, die verbliebenen, noch vor Ort befindlichen Kunstgegenstände, insbesondere in den Dorf- und Klosterkirchen der Region zu bewahren und zu schützen, sollte allerdings erst mit erheblicher Verzögerung jene konservatorische Kennerschaft und administrative Professionalität folgen, die bis heute die Voraussetzung effizienter staatlicher Denkmalpflege bildet. Von diesem Dilemma erzählt der Fall des Christian Geerling.

Eine kulturelle Herausforderung

„Es hat allerdings seine Richtigkeit, daß sich in den Rheinprovinzen manche schätzbaren Alterthümer aus den frühesten Zeiten, vorzüglich aber aus dem Mittelalter vorfinden, deren Erhaltung die Aufmerksamkeit einer solchen Behörde verdient.“

Mit dieser Einschätzung leitete Matthias Joseph De Noël (1782-1849), Konservator des städtischen Museums in Köln und ausgewiesener Kenner der rheinischen Kunst, ein ausführliches Gutachten ein, um das ihn der Kölner Oberbürgermeister Steinberger gebeten hatte.[v] Seine Expertise, datiert auf den 6. März 1828, richtete sich auf den prekären Sachverhalt der Kunstverluste durch Einzelinitiativen ausländischer Privatpersonen, die auch in den 1820er Jahren noch andauerte. Vor allem Kunstliebhaber aus England waren seit der Säkularisierung ins Rheinland gereist, um kostbare Kunstwerke möglichst kostengünstig zu erwerben. Die Verluste waren noch 30 Jahre nach der Säkularisierung so gravierend, dass sich die betroffenen staatlichen Behörden zu Maßnahmen veranlasst sahen.

Zwar hatte die preußische Regierung schon unmittelbar nach der Übernahme der rheinischen Provinz im Jahre 1815 erste Schritte eingeleitet, um sich der „kulturellen Herausforderung“[vi] der Konservierung rheinischer Kunstdenkmäler zu stellen. Friedrich Graf zu Solms-Laubach, der damalige Oberpräsident der Rheinprovinz, hatte zu diesem Zweck den westfälischen Adeligen Werner Moritz von Haxthausen angeworben, dem die Erfassung und Rettung der verstreuten Kunstobjekte zunächst anvertraut wurde.[vii] In Ausgleich zur Abtretung der rheinischen Universität nach Bonn wurde der Stadt Köln 1818 vom preußischen Staat ein Provinzial-Museum zugesagt. Daher sollte der katholische Adelige auf seinen Reisen in die Region die wertvollsten Altertümer auswählen und in die Rheinmetropole bringen lassen. Das Projekt scheiterte allerdings, als Solms-Laubach im Jahre 1822 verstarb und Haxthausen wegen seiner Kontakte zum revolutionären Koblenzer Kreis um Joseph von Görres zunehmend Verdächtigungen ausgesetzt war. Schließlich wurde dem Kunstsammler anlässlich der Umstrukturierung der Kölner Regierung 1825 fristlos gekündigt.[viii] Die Stelle blieb daraufhin vakant, obwohl akuter Handlungsbedarf herrschte.

Als De Noël nun im März 1828 seinen Appell an den Oberbürgermeister richtete, schlug er zunächst einen konkreten Maßnahmenkatalog vor, um der desolaten Situation endlich Herr zu werden. Vor allem sollte ein Ausfuhrverbot den Verbleib des ländlichen Kunstbestandes gewährleisten. Darüber hinaus plädierte De Noël für eine Erweiterung der zu schützenden Objekte. „Die jetzige Ausfuhr nach England dürfte indessen, wenn [man] nicht bis zu den gleich nach der Suppression der Klöster stattgehabten großen Versendungen von gemalten Kirchenfenstern zurückgehen will, sich gar nicht auf Lapidar Antiken, und anderer historischer Merkwürdigkeiten erstrecken, sondern vielmehr von altmodischen Holzmöbeln und Geschirren geringeren Werths zu verstehen seyn.“[ix]

Das Problem einer effizienten regionalen Kunstsicherung blieb allerdings nicht auf Sachfragen beschränkt. Zunehmend stand die Frage im Raum, welche kunstsinnige Person sich von staatlicher Seite um die Sicherungsmaßnahmen kümmern sollte. Abermals hatte sich hierbei ein Kunstsammler geschickt ins Gespräch gebracht. Im Januar 1828 hatte der Kölner Weinhändler Christian Geerling den schriftlichen Vorschlag eingereicht, ein separates „Institut zur Erhaltung der in den Rheinprovinzen verhandenen Althertümer und Kunstgegenstände“[x] zu errichten. In Köln war der Name Geerling bei der kunstsinnigen Bürgerschaft nicht unbekannt. Im Jahre 1797 als ältester Sohn der Eheleute Gottfried Geerling und Marie There Kux in Köln geboren, führte Christian Geerling in den 1820er Jahren am Blaubach das Ladengeschäft seines Vaters fort, der mit Wein und Essig handelte.[xi] Daneben widmete er sich zunehmend der Restaurierung und dem Verkauf von Glasmalereien. Innerhalb kurzer Zeit hatte der umtriebige Privatier durch sein händlerisches Geschick eine beachtliche Sammlung von Glasgemälden zusammengetragen, was in Kölner Kreisen allerdings auch zu Spekulationen Anlass gab, ob dies auf dem Wege der Legitimät geschehen sei. So verdächtigte man ihn, ausgerechnet nach England Glasgemälde verschoben zu haben. Auch wenn diese Vorwürfe zum Teil haltlos waren, blieben Zweifel an der Qualifikation und an der Seriosität dieser Person.[xii] War Christian Geerling ein geeigneter Kandidat?

Eine Glasscheibe aus Schwarzenbroich

Da Christian Geerling in der Kölner Szene nicht die besten Referenzen hatte, bemühte er sich frühzeitig, Kontakte nach Berlin zu knüpfen. Schon 1822 war er auf Empfehlung von Ferdinand Franz Wallraf an die Spree gereist und hatte dort mit dem Oberfinanzrat Johann Daniel Ferdinand Sotzmann ein einflussreiches Mitglied des Innenministeriums kennengelernt.[xiii] Geerlings Kontakte zu Regierungskreisen blieben nicht ohne Hintersinn. Einen entscheidenden Schritt, um die Gunst der Öffentlichkeit zu gewinnen, gelang ihm 1827, als er eine „Sammlung von Ansichten alter enkaustischer Glasgemälde aus den verschiedenen Epochen“ publizierte.[xiv] Das großformatige Mappenwerk zeigte in zwölf kolorierten Lithografien, die von den renommierten rheinischen Künstlerkollegen Fuchs, Goebels, Sieberg und Wünsch angefertigt wurden, Spitzenwerke der rheinischen Glasgemäldesammlung. Prägnant erscheint, dass sich die Mehrzahl der illustrierten Scheiben in der Kollektion des Weinhändlers befanden. Christian Geerling war somit der erste Kunstsammler in Köln, der seine Privatsammlung durch einen aufwendigen Abbildungskatalog öffentlichkeitswirksam in Szene setzte. Die Reaktionen ließen nicht lange auf sich warten. Bereits im Vorfeld lobte die Kölnische Zeitung in einer Buchrezension, die am 19. März 1826 erschien, den Autor und sein Vorhaben mit euphorischen Worten:

„So werden durch Hrn. Geerling's Kunstsinn und Fleiß die seltensten und schönsten Kunsterzeugnisse eben so allgemein verbreitet, als sie von dem einmal gewissen Untergange, welchem die Originale ausgesetzt sind, gerettet werden. Ein so wichtiges Unternehmen eines Privatmannes verdient in jeder Hinsicht Beifall und Unterstützung, so wie sich denn auch Herr Geerling ... der ersten Höfe und der angesehensten Männer Europa's, insbesondere aber von seiten unsres Höchstverehrten Kronprinzen, welcher die Zuneigung dieses Werkes anzunehmen geruhet hat, im vollsten Maße erfreut.“[xv] 

Die Aufmerksamkeit, die ihm mit der Schenkung des Mappenwerks von Seiten des preußischen Königshauses entgegengebracht wurde, war wohl kalkuliert. Nicht nur der preußische König, sondern auch die Hohenzollernprinzen zählten zu den eifrigsten Bewunderern und Sammlern der mittelalterlichen Glasmalerei. Geerling nutzte den einflussreichen Kontakt für seine merkantilen Interessen, indem er eine mittelalterliche Scheibe aus dem zerstörten Dürener Kloster Schwarzenbroich, die Isaias und Jeremias zeigte und in seiner Publikation abgebildet worden war, dem König veräußerte.[xvi] In den Berliner Ministerien verfolgte man den Ankauf nicht ohne Skepsis. Im November 1828 wurde die Aachener Regierung angewiesen, „möglichst genau Erkundigung einzuziehen, wie dieses Gemälde in das gedachte Kloster gekommen sein kann.“[xvii] Darüber hinaus sollte auch recherchiert werden, wie die Glasmalerei in den Besitz von Geerling gelangt sei. Gegenüber der örtlichen Polizeidirektion teilte daraufhin ein vor Ort ansässiger Notar mit, dass sich das Glasgemälde ursprünglich „in jenen alten westlichen Flügel sich befunden, welcher noch aus den Zeiten der ersten Stiftung herrühren.“[xviii] Erst im Februar des folgenden Jahres offenbarten sich die genauen Umstände des Verkaufs. „Der Bewohner des ehemaligen Klosters Schwarzenbroich, Herr Urbach, hat nunmehr dem Bürgermeister Dohmen zu Echtz erklärt, daß er die Glasscheiben des ehemaligen Klosters, worauf das Königlich- Preußische Wappen sich befindet, dem Gierling in Cöln verkauft habe.“[xix] Somit war dem Kunstsammler kein Fehlverhalten nachzuweisen.

Angesichts der widersprüchlichen Informationen aus dem Rheinland, die dem Kandidaten sowohl uneigennütziges Engagement als auch mangelnde Kennerschaft in Sache der Kunst bescheinigten, war die Reaktion von Seiten der Berliner Regierung von einer gewissen Unentschlossenheit geprägt. In einem ersten Schritt wurde Geerlings Antrag zwar abgelehnt und ihm mitgeteilt, dass der Auftrag nicht vergeben werden könne, zumal ein Etat nicht vorgesehen sei. Daraufhin erklärte der Kunstsammler jedoch, dass er diesen Auftrag „auch ohne Aussicht auf Geldentschädigung“ uneigennützig ausführen wolle. Daher entschloss sich das Ministerium, seinem Gesuch am 7. Juli 1828 vorläufig stattzugeben.[xx] Folglich wurde auch der Kölner Oberbürgermeister Steinberger angewiesen, das konservatorische Forschungsprojekt uneingeschränkt zu unterstützen. „Herr Christian Geerling dahier, welcher wie Sie aus dem nächsten Amtsblatte entnehmen werden, der Auftrag ertheilt worden ist, sich der Ermittelung merkwürdiger Gegenstände für Kunst und Althertum in den Rheinprovinzen zu unterziehen, hat uns angezeigt, daß er die Absicht habe, die hiesigen Kunstgegenstände zu verzeichnen. Wir empfehlen Ihnen daher, demselben hierzu nicht hinderlich zu seyn.“[xxi]

In Köln wurde diese Entscheidung mit offenem Unverständnis zur Kenntnis aufgenommen, zumal die finanziellen Rahmenbedingungen nicht nach außen drangen. Sulpiz Boisserée notierte noch im Herbst 1829 in sein Tagebuch: „Der Erzbischof stichelt auf ihn [Geerling, Anm. des Verf.] daß er 1200 Thaler als Altertums-Forscher habe und wie man sage 2000 Thaler Bureau Kosten und nichts zu forschen wisse.“[xxii] Allerdings war Christian Geerling weniger an einer finanziellen Bereicherung als am Konservatorentitel interessiert, der ein beachtliches Renommee in der rheinischen Heimat versprach. Beharrlich wandte er sich daher im Juli 1829 abermals an den König, um zumindest den Titel eines Hofrats zugesprochen zu bekommen. Doch auch diese Auszeichnung wurde ihm verwehrt.[xxiii] Es hinderte den Kunstsammler jedoch nicht daran, sich im Kölner Adressbuch als „Conservator der rheinischen Alterthümer“ eintragen zu lassen.[xxiv]

Eine verhängnisvolle Untersuchung

Bissig-ironisch kommentierte Sulpiz Boisserée in seinem Tagebuch noch Jahre später die Tituliersucht Geerlings als „eine gar verworrene ekelhafte Wirtschaft!“[xxv] Auch nach einer persönlichen Begegnung in Berlin blieb sein Urteil vernichtend: „da erwischt mich der Plagegeist Gerling auf der Treppe und peinigt mich nun auch noch in Person über eine Stunde lang mit seinem niederträchtigen nichtswürdigen Geschwätz.“[xxvi] Schließlich wurde es dem selbsternannten Konservator zum Verhängnis, als er 1832 ein weiteres Mal die Verleihung des Titels in Berlin beantragte. Sein Begründung lautete, dass er „seit vier Jahren für die Conservation der rheinischen Alterthümer im Auftrage des Ministeriums gearbeitet und viele geschichtliche Merkwürdigkeiten dem Staate und dem Rheinlande erhalten habe.“[xxvii] Nach Ansicht des Innenministeriums hatte Geerling in den vier Jahren seiner Tätigkeit jedoch nur „Aufsätze theils aus Büchern fast wörtlich abgeschrieben“ nach Berlin gesandt. Neben fehlender Fachkompetenz und mangelnder Wirksamkeit wurde ihm gegenüber erstmals der Vorwurf des Plagiats erhoben. Zu seiner Verteidigung schickte Geerling am 14. Dezember 1832 ein kurzes Gesamtverzeichnis

„der in den Regierungsbezirken Aachen, Coblenz, Cöln und Trier befindlichen der Erhaltung merkwürdigen alten Kunstgegenständen und geschichtlichen Merkwürdigkeiten der alten Baukunst, welche dem Staate, Gemeinden, Kirchen oder öffentlichen Anstalten gehören.

Stadt Aachen Die Münsterkirche, die Sakristei und die darin aufbewahrten Merkwürdigkeiten. Die großen Heiligthümer und Gemälde in derselben. Die Ungarnische und die Nicolauskapelle. Die Inschriften der Epitaphien in derselben, sowie eine getreue Abzeichnung von dem schönen Sarcophag sind dem hohen Ministerio nebst einem ausführlichen Berichte zur Zeit eingesandt worden. Die Leonardskirche über deren Gemälde am Hochaltare; über die drei Gemälde in der Franziskanerkirche. Über die ehemaligen Jesuiten und jetzt St. Micheli Kirche; über die Jakobspfarrkirche daselbst; über die Glasgemälde der Failanskirche; über das städtische Archiv, welches sich auf dem Rathause befindet, sowie ein genaues Verzeichnis sämtlicher daselbst vorhandenen Urkunden und Merkwürdigkeiten habe ich dem hohen Ministerio Berichte eingesandt. Über den Zustand der städtischen Bibliothek sowie über die Gemälde und sonstigen Merkwürdigkeiten auf dem Rathause daselbst sind ebenfalls Berichte eingesandt.

Privatsammlungen daselbst Über die Bettendorfsche Gemäldesammlung. Über die Gemäldesammlung des Obrist v. Scheppler, die des Kaufmannes Beissel daselbst, und die des verstorbenen Archivars Meyer, welcher dieselben der Stadt Aachen geschenkt hat. Sie enthält Versteinerungen, Mineralien aus der Umgegend von Aachen, sowie Aachener Münzen und Medaillen, letztere in ziemlicher Vollständigkeit, welche ich dem königl. Ministerio berichtet.

Aldenhoven Über den in Holz geschnittenen Altar der Kirche, sowie der Gemälde auf Goldgrund.

Dürener Kreis Das Kreuzbrüderkloster Schwarzenbroich über das geschichtliche desselben, sowie über das Brandenburgsche Wappen, welches Seiner Majestät dem Könige eingesandt worden, überhaupt über die Glasmalereien daselbst, ist ein ausführlicher Bericht dem gehör. Ministerio mitgeteilt worden.

Lamersdorf Die Glasmalereien in der Kirche daselbst, welche dem Verderben gänzlich Preis gegeben waren, habe ich Vorkehrung getroffen, daß sie geschützt sind.

Regierungsbezirk Aachen (Eifelgegend) Über die ehemalige Abtei Steinfeld, deren kostbare Gemälde von Schorell sowie über die anderen Merkwürdigkeiten habe ich dem hohen Ministerio einen ausführlichen Bericht eingesandt.

Cronenburg Über die Kirche daselbst, welche eine der ältesten der Eifel ist, habe ich eine Zeichnung angefertigt, welche durch Grund-, Auf- und Querriß, die Form und Einrichtung derselben versinnlichen, sowie über den baulichen Zustand und merkwürdige der Kirche den hohen Ministerio Bericht darüber erstattet. Über die Kirche zu Baasen welche merkwürdig durch ihre kunstreiche Überwölbung und Architektur ist, habe ich eine Zeichnung aufnehmen lassen und dem hohen Ministerio Bericht darüber erstattet.

Blankenheim Über die ehemalige Residenz des Grafen von Blankenheim so

wie über das Geschichtliche des Städtchens und über die Merkwürdigkeiten der Kirche habe ich einen ausführlichen Bericht an das hohe Ministerium eingesandt.

Schleiden In der Hauptpfarrkirche daselbst befinden sich zwar große Fenster mit Glasmalereien aus der Blütezeit dieser Kunst; da das Einfassungsblei sowie das Steinwerk an derselben in schlechtem Zustande war und ich den Landbaumeister, Herrn Ulich, davon gehörig in Kenntnis gesetzt, und so dieselben gerettet.“ [xxviii] 

Auch mit dieser Auflistung, die über seine konservatorischen Aktivitäten Rechenschaft ablegen sollte, konnte Geerling seine Skeptiker nicht überzeugen. Vielmehr sah sich die Berliner Regierung zum zweiten Mal gezwungen, ein ausführliches Gutachten über die tatsächlichen Aktivitäten Geerlings in Auftrag zu geben. Eine Nachfrage von Seiten der Aachener Regierung bei den hiesigen Landräten fiel denn auch nahezu einheitlich negativ aus: In den niederrheinischen Kreisen Jülich, Erkelenz und Heinsberg war Geerling nicht gesichtet worden.[xxix] Im Kreis Düren war der Weinhändler „zwar einige male im hiesigen Kreise gesehen, jedoch von dessen angeblichen Forschungen nach Alterthümern hier nichts wahrgenommen worden, und sein Aufenthalt nur anderen Geschäften zugeschrieben werden kann.“[xxx] Auch in den Eifelregionen von Malmedy, Eupen und Montoje [=Monschau] war der Konservator unbekannt, lediglich in den Kreisen Schleiden, Prüm Daun  konnte man berichten, dass Geerling 1829 die Kunstgegenstände der Region in Augenschein genommen hatte. In Begleitung des Architekten Christian Wilhelm Ulich, der als Kommunalbaumeister tätig war, hatte Geerling die Ortschaften Steinfeld, Blankenheim, Baasem, Kronenburg, Mariawald und den Römerkanal bei Dallbenden besucht.[xxxi] Die Beurteilung von Ulich fiel durchweg positiv aus, er bescheinigte Geerling den „richtigen praktischen Blick... Die Erscheinung des Herrn Geerling in hiesiger Gegend hatte auch das Gute, daß die Aufmerksamkeit auf die Gegenstände der Kunst und des Alterthums mehr hingeleitet und größeres Interesse dafür erweckt wurde. Dies gilt nicht nur von dem hiesigen Kreise, sondern auch von der Gegend von Hillesheim im Kreise Daun, und derjenigen von Stadt Kyll im Kreise Prüm, wo bekanntlich noch manche interessante Bruchstücke römischer Antiquitäten vorgefunden werden.“[xxxii]

Trotz dieser Beurteilung blieb das Innenministerium zutiefst misstrauisch. Zum Verhängnis wurde dem Weinhändler schließlich ein Aufenthalt in dem Winzerort Linz am Rhein. Dort hatte er sich im April 1830 auf dem Bürgermeisteramt als „Conservator der rheinischen Alterthümer“ angekündigt. Bei der Visitation der örtlichen Pfarrkirche zeigte er reges Interesse an einem monumentalen spätgotischen Altaraufsatz der altkölnischen Malerei.[xxxiii] Das Retabel veranlasste ihn, dem Stadtrat ein eigenwilliges Angebot zu unterbreiten. Er wolle auf Kosten des Staates das Retabel nach Berlin versenden, damit dort eine Kommission entscheide, ob es in dem städtischen Kunstmuseum verbleibe. Zwar lehnten die städtischen Ratsmitglieder eine Versendung des Altars in die Hauptstadt Preußens ab, zugleich aber zogen sie eine Veräußerung an den Weinhändler in Betracht. Letztlich konnte allein durch das energische Eingreifen des Neuwieder Landrats Philipp Hilgers ein Verkauf verhindert werden. In seinem Bericht beurteilte er Geerling denn auch für einen „Schwätzer und Prahler“[xxxiv], der in skandalöser Weise private und öffentliche Interessen illegitim miteinander vermischt hatte.

Ebenso eindeutig fiel die Bewertung der privaten Situation des Antragstellers aus, die separat recherchiert worden war: „Im Allgemeinen steht der H. Geerling übrigens bei dem hiesigen Publikum in gar keinem Ansehen; er ist unverheiratet und von ganz bürgerlicher Herkunft. Sein Vater war ein städtischer Angestellter in dem hierselbst früher bestehenden Flachs Kaufhaus, eigenes Vermögen soll er auch nicht besitzen, da das von ihm bewohnte Haus ganz verschuldet ist.“[xxxv] Es dauerte indes noch bis zum März 1834, bis Geerling von Prinz Friedrich Wilhelm in Berlin in einer Verfügung offiziell von seinem Amt entbunden wurde.[xxxvi] Dem Betroffenen blieb nur noch übrig, in einem Brief über die diskriminierende Weise seiner Amtsenthebung Ausdruck zu verleihen.[xxxvii]

Ein weiterer Versuch

Auch nach der Aufdeckung des Skandals blieb Christian Geerling in Köln ansässig. Wie die Adressbücher der Stadt Köln belegen, hielt der Weinhändler beharrlich und titelvernarrt an seinem Konservatorenstatus fest.[xxxviii] Trotz der erlittenen Schmähungen von Seiten der staatlichen Denkmalpflege konnte er mit seiner Kunstsammlung weiterhin Renommee einfordern. Dass diese keineswegs auf Glasmalereien beschränkt war, lässt sich anhand einer Tagebuchnotiz von Sulpiz Boisserée nachweisen, der am 27. Oktober 1833 im Hause des Weinhändlers folgende Gemälde Geerlings bemerkte: „Christ vor Pilat oder Annas von Engebrechtsen (aus der Auction von Zimmermann für 260 Thaler gekauft mit den Außen-Seiten welche 3 Evangelisten-Figuren) fast ganz Copie der Gefangennehmung Christi von Hemling in München. Glasmalereien, alte Stühle Tische Lüster aus dem 17. und 18. Jahrhundert.“[xxxix] Als Schmuckstück der Sammlung muss eine Hans Memling zugeschriebene Tafel gelten, die eine thronende Madonna mit Kind, den hl. Georg und eine Stifterfigur zeigt. Sie gelang später über den Kunsthandel in den Besitz der National Gallery in London.[xl] Als Kleinod der Gemäldesammlung ist zweifellos auch eine mehrfigurige Kreuzigungstafel von Anton Woensam von Worms einzuordnen, die Geerling aus der Hinterlassenschaft des letzten Kartäuser-Priors Martin Firmenich erworben hatte. Sie befindet sich heute im Besitz des Wallraf-Richartz-Museums in Köln.[xli]

In der Funktion des Privatiers und Unternehmers war Christian Geerling in den folgenden Jahren nur noch sporadisch im Kunsthandel tätig. Im Jahre 1843 vermittelte er dem Kölner Metropolitankapitel zur Ausschmückung des Domchores erfolgreich einen Antwerpener Schnitzaltar für 800 Taler.[xlii] Als aber im Ablauf desselben Jahres die Amtszeit von Matthias Joseph De Noël endete und die Nachfolge von Seiten der Stadt Köln zu klären war, unternahm Geerling einen zweiten Versuch, sich um die Stelle eines Konservators zu bewerben.[xliii] Die entsprechende Akte vermerkt ihn neben 24 weiteren Kandidaten, unter denen sich sowohl renommierte Maler (Egidius Mengelberg, Johann Anton Ramboux) als auch Kölner Kunstsammler (Nikolaus Zimmermann, Engelbert Willmes und Franz Katz) befanden.[xliv] In seinem Bewerbungsschreiben wies der Weinhändler naiv und selbstbewusst zugleich auf seine frühere Tätigkeit hin: „Ohne die Grenzen der Bescheidenheit zu überschreiten, glaube ich die Aufmerksamkeit Euer Hoch- und Wohlgeboren auf die Erfolge meiner früheren privatieren und später amtlichen Wirksamkeit, als commissarisch mit der Conservation der Alterthümer von Rheinland und Westphalen beauftragt, hinleiten und mich auf die Anerkennung meiner Leistungen Seitens der höheren und höchsten Staatsbehörde und sonstiger Kunstfreunde und Kunstkenner des In- und Auslandes beziehen zu dürfen.“[xlv] Um seiner Bewerbung weiteren Nachdruck zu verleihen, hatte Geerling nicht davor zurückgeschreckt, ein Empfehlungsschreiben von dem Priester Johann Peter Fischer, der die kölnische Pfarrei St. Jakobus betreute, beizulegen, in dem sich nicht weniger als 142 Kölner Bürger für den Weinhändler aussprachen.[xlvi] Es verwundert nicht, dass dieses Bürgerbegehren bei der verantwortlichen Jury wenig Anklang fand und zu Beginn des Jahres 1844 mit Johann Anton Ramboux (1790-1866) ein professioneller Maler und Restaurator mit der Konservatorenstelle betraut wurde.

So mehrdeutig der Charakter des Kölner Kunstsammlers anhand der Schriftdokumente im Rückblick erscheint, so mehrdeutig ist auch sein Ende überliefert. Am 27. Juni 1848 wurde Christian Geerling tot am rechtsrheinischen Ufer aufgefunden. Es wurde spekuliert, dass der dilettierende Einzelgänger aus ungeklärten Gründen im Revolutionsjahr den Freitod gewählt hatte.[xlvii] Noch in der Sterbeurkunde findet sich ein lakonischer Hinweis auf die folgenreiche Tätigkeit, die zu Beginn der rheinischen Denkmalpflege für einen Skandal gesorgt hatte. „Christian Geerling, unverheirathet, geboren zu Coeln, Regierungsbezirk Coeln, einundfünfzig Jahre alt, Standes Rentner, früher Conservator“.[xlviii]

Christoph Schaden, 2002

 

 

[i]Toni Diederich, Die Säkularistation in der Köln während der Franzosenzeit. Vorgeschichte, Durchführung und Folgen, in: Hitrud Kier/ Frank Günter Zehnder (Hg.), Lust und Verlust. Kölner Sammler zwischen Trikolore und Preußenadler, Köln 1995, S. 77.

[ii]Beispielhaft sei hier auf folgende Einzelanalysen verwiesen: Zuflucht zwischen Zeiten 1794-1893. Kölner Domschätze in Arnsberg. Städtekundliche Schriftenreihe über die Stadt Arnsberg 19, Arnsberg 1994; Christoph Schaden, "daß viele solcher Kirchen des Nothdürftigsten entbehren..." Die Neuausstattung der entleerten Pfarrkirche St. Severin 1803-1828, in: Kier/Zehnder (Hg.), Lust und Verlust [Anm. 1], S. 113-120.

[iii]Hiltrud Kier/Frank Günter Zehnder (Hg.), Lust und Verlust II. Corpus-Band zu Kölner Gemäldesammlungen 1800-1860, Köln 1998.

[iv]Meines Erachtens wäre eine Forschungsarbeit, die anhand von Quellenanalysen systematisch eine topografische Rekonstruktion leistet, von hohem Wert.

[v]HAStK, 400, I-7D-5, fol. 7r., 6.3.1828, De Noël an Oberbürgermeister Steinberger (Ausfertigung).

[vi]Siehe hierzu grundlegend Georg Mölich, Preußische Kulturpolitik am Rhein nach der „Besitzergreifung“ – eine Skizze, in: Kier/Zehnder (Hg.), Lust und Verlust [Anm. 1], S. 163ff.

[vii]August Klein, Friedrich Graf zu Solms-Laubach. Preußischer Oberpräsident in Köln (1815 - 1822). Veröffentlichungen des Kölner Geschichtsvereins 13, Köln 1936, S. 36ff.

[viii]Christoph Schaden, „Bei Haxthausen viel Bilder-Plunder...“ Das Schicksal des städtischen Regierungsrats und Kunstsammlers Werner Moritz von Haxthausen in Köln 1816-26, in: Kier/Zehnder (Hg.), Lust und Verlust [Anm. 1], S. 205ff.

[ix]„Vorzüglich wäre rücksichtlich der Auffindung und Erhaltung der bei Niederlegung alter Gebäude oder bei Ausgrabungen zum Vorschein kommender römischer und anderer Alterthümer eine kräftige Maßregel von Seiten der höchsten Behörde deshalb wünschenswerth, weil bei solchen Gelegenheiten dergleichen Gegenstände dadurch ebensobald verschwinden als zutage gefördert werden, indem fremde Altertumströdler, welche kein Interesse an den Boden fesselt, die bei solchen Arbeiten angestellten, auf unrechtlichen Gewinn erpichten Tagelöhner zur Verheimlichung solcher Gegenstände ermuntern und dieselben zu niedrigen Preisen erstehen. Auf diesem Wege geht mancher für die vaterländische Geschichte interessante Fund in‘s Ausland, ohne weder dem Eigenthümer des Bodens, auf welchem er zu Tage gefördert worden, noch sonst der Localbehörde oder der öffentlichen Kunde zu Gut zu kommen.“ HAStK, 400, I-7D-5, fol 7v, 6.3.1828, De Noël an Oberbürgermeister Steinberger (Ausfertigung).

[x]HAStK, 400, I-7D-5: fol. 2r, 14.2.(1828?), De Noël an Königl. Regierung (Konzept). Gegenstand: Erhaltung zu Kunst- und geschichtlichen Merkwürdigkeiten, Auftrag für Chr. Geerling.

[xi]HAStK, Personenarchiv Bayer; Christian Geerling; Adressbuch der Stadt Köln, Köln 1828, S. 159.

[xii]Brigitte Wolff-Wintrich, Kölner Glasmalereiensammlungen des 19. Jahrhunderts, in: Kier/Zehnder (Hg.), Lust und Verlust [Anm. 1], S. 342f.

[xiii]HAStK, Bstd. 1105 (Nachlass Wallraf) Nr. 19, Bl. 54, 13.9.1822, Wallraf an Sotzmann (Konzept).

[xiv]Christian Geerling, Sammlung von Ansichten alter enkaustischer Glasgemälde aus den verschiedenen Epochen, Köln, 1827.

[xv]Anonym (Dr. D–r), Die Kunst der alten Glasmalerei, auch ihren verschiedenen Epochen, von Chr. Geerling, in: Kölnische Zeitung 6, 19.3.1826, o.S.

[xvi]Siehe Wolff-Wintrich, Kölner Glasmalereiensammlungen [Anm. 12], S. 347.

[xvii]HStAD, Regierung Aachen 7547, 15.11.1828, Berlin, Ministerium des Geistlichen Unterrichts und Medicinal Angelegenheiten, an Königliche Regierung, Aachen.

[xviii]Ebd., 23.12.1828, Königl. Landrath, Aachen, an Regierung des Innern, Berlin. Anlage: Vernehmungsprotokoll des Notars Biergans v. 22.12.1828.

[xix]Ebd, 28.2.1829, Königlicher Landrath, Düren, an Königl. Regierung, Abtlg. des Innern.

[xx]HStAD, Regierung Aachen, 7714, 18.10.1832, von Altenstein, Ministerium der geistlichen, Unterrichts- und Medicinalangelegenheiten, Berlin, an den königl. Oberpräsidenten Herrn v. Pestel, Coblenz (Abschrift).

[xxi]HAStK, 400, I-7D-5,  fol 5r., 22.8.1828, Königliche Regierung, Abteilung des Innern, an Oberbürgermeister Steinberger.

[xxii]Hans J. Weitz (Hg.), Sulpiz Boisserée. Tagebücher 1808-1854 II, Darmstadt 1981, S. 421 (Eintrag v. 20.9.1829).

[xxiii]HStAD, Regierung Aachen, 7714, 18.10.1832, von Altenstein, Ministerium der geistlichen, Unterrichts- und Medicinalangelegenheiten, Berlin, an den königl. Oberpräsidenten Herrn v. Pestel, Coblenz (Abschrift).

[xxiv]Adressbuch der Stadt Köln, Köln 1831, S. 191.

[xxv]Weitz (Hg.), Sulpiz Boisserée [Anm. 22], S. 664 (Eintrag v. 23.5.1832).

[xxvi]Ebd., S. 674 (Eintragung v. 6.6.1832).

[xxvii]LHAK, 403, 1114. 18.10.1832, Ministerium des Innern, Berlin, an Oberpräsident von Prestel, Koblenz.

[xxviii]HAStD, Regierung Aachen, 7714, 14.12.1832, Geerling, Auszug aus dem Verzeichnis der in den Regierungsbezirken Aachen, Coblenz, Cöln und Trier befindlichen der Erhaltung merkwürdigen alten Kunstgegenständen und geschichtlichen Merkwürdigkeiten der alten Baukunst, welche dem Staate, Gemeinden, Kirchen oder öffentlichen Anstalten gehören. Die im Text verwiesenen Berichte waren nicht auffindbar.

[xxix]HAStD, Regierung Aachen, 7547, Auskünfte der Landräte von Jülich, Aachen, Heinsberg, Malmedy, Geilenkirchen, Eupen und Montoje, 1.-24.3.1833.

[xxx]Ebd., 7.3.1833, königl. Landrat von Düren an königl. Regierung, Aachen.

[xxxi]Zur Person von Ulich siehe ausführlich Hans Heinrich Generet, Kommunalbaumeister Christian Wilhelm Ulich 1791-1868, Aachen 1972.

[xxxii]HAStD, Regierung Aachen, 7547, 14.3.1833, königl. Landrath von Schleiden an königl. Regierung in Aachen, Anlage: 13.3.1833, Kommunalbaumeister Ulich an den königl. Landrath Graf von Beissel, Gymnich.

[xxxiii]Es handelt sich um den Altar der sieben Freuden Mariens, der 1463 im Auftrag des Magisters Joel Tielmann von Linz, Propst des Stiftes St. Florian in Linz, angefertigt wurde. Alfred Stange, Die deutschen Tafelbilder vor Dürer I, S. 68f, Nr. 197. Zur Zuschreibung siehe Hans-Martin Schmidt, Der Meister des Marienlebens und sein Kreis – Studien zur spätgotischen Malerei in Köln, Düsseldorf 1978.

[xxxiv]LHAK, 403, 1114, fol. 43-45. 18.3.1833, Landrat Hilgart(?), Neuwied, an Königliche Regierung.

[xxxv]Ebd., Blatt 17, o.D., (ca. 1833), Dolleschall an Königliche Regierung (Abschrift). Bericht über Aufforderung bez. Äußerung.

[xxxvi] Ebd., Blatt 85, 27.3.1834, Prinz Friedrich Wilhelm, Berlin, an von Pestel.

[xxxvii]LHAK, 403, 1114, fol 53ff. 24.4.1833, Geerling, Cöln, an den Oberpräsidenten, Koblenz. „... weil ich mit der hiesigen Polizeibehörde, welche mich auf eine so ungeziehmende und mich tief kränkende Weise behandelt, deshalb nicht mehr zu conservieren wünsche.“

[xxxviii]Adressbuch der Stadt Köln, Köln 1828, S. 159; ebd. 1831, S. 191; ebd. 1835, S. 181; ebd. 1838, S. 198; ebd. 1841, S. 52; ebd. 1844, S. 167; ebd. 1846, S. 293.

[xxxix]Weitz (Hg.), Sulpiz Boisserée [Anm. 22], S. 790 (Eintrag v. 27.10.1833).

[xl]Dirk de Vos, Hans Memling. Das Gesamtwerk, Stuttgart/Zürich 1994, S. 208.

[xli]Frank Günter Zehnder, Katalog der Altkölner Malerei. Kataloge des Wallraf-Richartz-Museum Köln 11, Köln 1990, S. S. 559ff.

[xlii]AEK, CR, 22.7.1843, Sitzungsprotokoll des Metropolitankapitels. Vgl. Franz Carl Eisen, Neueste Beschreibung des Doms zu Köln, Köln 1857, S. 76; zur Provenienz siehe Christoph Schaden, Die Antwerpener Schnitzaltäre im ehemaligen Dekanat Zülpich, Köln 2000, S. 22f. Es handelt sich um den sogenannten Georgsaltar.

[xliii]Elga Böhm, De Noël und Ramboux. Zwei Kölner Museumskonservatoren des 19. Jahrhunderts, in: Hans Althöfer (Hg.), Das 19. Jahrhundert und die Restaurierung, München 1987,  S. 316.

[xliv]HAStK, Bstd. 400. I-7D- 4 1/3 II: Anstellung eines Konservators 1828/29, 1842-43, fol. 30r., Bewerberliste vom 14.8.1843.

[xlv]Ebd., fol. 53r., 11.1.1843, Geerling an Oberbürgermeister Steinberger und Stadträte (Ausfertigung).

[xlvi]Ebd., fol. 82r., 21.2.1843, Pfarrer Fischer an Oberbürgermeister (Ausfertigung).

[xlvii]Eduard Firmenich-Richartz/Hermann Keussen (Hg.), Johann Jacob Merlo. Kölnische Künstler in alter und neuer Zeit, Düsseldorf 1895, Sp. 261.

[xlviii]Nach dem Tode Geerlings wurde dessen Kunstsammlung rasch aufgelöst. Im Oktober des Jahres wurde zunächst ein Großteil des Nachlasses gerichtlich veräußert, die restlichen Kunstgegenstände wurden schließlich am 22. August 1853 im Auktionshaus Heberle versteigert. Johann Jacob Merlo, Nachrichten von dem Leben und den Werken Kölnischer Künstler, Köln 1850, S. 126; Catalog über den aus Gemälden älterer Meister, gemalten und gebrannten Kirchenfenstern, geschnittenen Möbeln, Gefässen, Kirchengeräthen etc., etc. bestehenden, zum Theile noch aus der Geerling'schen Sammlung herrührenden werthvollen Kunst-Nachlass des Herrn Heinr. Kamp. Versteigerungskatalog. vom 22.8.1853. J. M. Heberle, Köln 1853.

Christian Geerling

Text erschienen in:

Klosterkultur und Säkularisation im Rheinland

hrsg. v. Georg Mölisch, Joachim Oepen und Wolfgang Rosen

Essen 2002, S. 395-405

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