photokina 1950-56

photokina 1950-56 – The Early Years

Documents from Charles E. Fraser & L. Fritz Gruber

 

26.9.-1.10.2006, Visual Gallery, photokina, Köln

 

Die Photographie ist ein alter, nun verwirklichter Traum der Menschheit, das Vergängliche im Bilde zu bannen und das Unsichtbare sichtbar zu machen. Sie ist eine Schöpfung aller Kulturnationen.

Leitspruch im Entree der Photo-Kino-Ausstellung 1950

 

Im April 1951 reiste Charles E. Fraser nach Köln. Der in London lebende Photograph hatte erfahren, dass es in Westdeutschland eine neue Photoindustriemesse gab. Im Auftrag von britischen Photofachzeitschriften suchte er unmittelbar den Kontakt zu den Veranstaltern der photokina. Im Organisationsbüro begegnete ihm L. Fritz Gruber, der von 1933 bis 1939 in London gelebt hatte. Der Fachbeauftragte gewann ihn sogleich zur Mitarbeit und bewegte ihn, die Messeräume photographisch zu dokumentieren. An den photokina-Bilderschauen 1952 und 1954 arbeitete Charles E. Fraser mit, für die photokina 1956 konzipierte er die Lehrschau »Farbe zeigt mehr«. Aus der symbiotischen Zusammenarbeit entwickelte sich eine über Jahrzehnte andauernde tiefe Freundschaft. Als deren sichtbarster Ausdruck können die photokina-Alben gelten, akribisch ausgearbeitete Preziosen in Wort und Bild, die Charles E. Fraser eigens für L. Fritz Gruber angefertigt hat.

Diese biographische Folie bildet den Hintergrund der Ausstellung »photokina 1950-56 – The Early Years«, die anhand der Alben erstmals die Gründungsjahre der photokina beleuchtet. Die Dokumente geben einen umfassenden Einblick in das solitäre Profil der Messe, deren Erfolgsrezept auf einer Zweiteilung beruht hat. Denn mit der »Photo-Kino-Ausstellung« hatten die beiden Initiatoren Bruno Uhl und L. Fritz Gruber im Frühjahr 1950 einen neuen Messetypus entwickelt, der die Photoindustriemesse um eine Vielzahl photographischer Ausstellungen bereicherte. Ziel dieser Bilderschauen war es, neben den technischen auch die kulturellen und gesellschaftlichen Leistungen des Bildmediums herauszustellen. Daher fanden sich Lehrschauen zur Amateur-, Berufs- und Pressephotographie ebenso wie didaktische Ausstellungen zur Geschichte und Verwendung der Photographie. In Einzelausstellungen werden namhafte Photographen wie August Sander (1951), Irving Penn (1954) und Ansel Adams (1956) gewürdigt. Daneben werden international bedeutende Museumsbestände präsentiert, etwa aus dem George Eastman-House, Rochester, und dem Museum of Modern Art, New York. Nicht zuletzt fanden avantgardistische Positionen des Inlands (fotoform, 1950 bis 1952) eine Plattform sowie Entwicklungen, die die „Photographie als Weltsprache“ vermittelten (Life-Photographie, 1952ff; MAGNUM 1956).

»photokina 1950-56 – The Early Years« ist eine Ausstellung der Deutschen Gesellschaft für Photographie (DGPh) in Kooperation mit dem Historischen Archiv der Stadt Köln, der Prophoto GmbH und der Koelnmesse. Sie erfolgt in dankbarer Erinnerung an Prof. Dr. h.c. L. Fritz Gruber, dem Gründer und langjährigen Ehrenpräsidenten der DGPh, der am 30. März 2005 im Alter von 96 Jahren verstarb.

Christoph Schaden, DGPh, 2006

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